Fangplatz Talsperre

Viel Wasser, viele Fische und immer gute Chancen auf einen Kapitalen: Stauseen haben es in sich. Peter Richter erklärt, wie Sie die Angler-Paradise erobern.

Wie der Ochs vorm Berg stehen viele Angler, wenn sie das erste Mal an einer Talsperre fischen. Wasser ohne Ende, Strukturen sind kaum zu erkennen. Wo soll man da bloss anfangen? Wo sie schon mal da sind, kaufen sich viele Petrijünger eine Tageskarte, probieren es an der erstbesten Stelle - und bleiben Schneider. Die Schuld geben sie schnell dem Gewässer und den Angelmagazinen, die regelmässig über kapitale Fänge berichtet haben. Dabei bieten viele Talsperren der Republik wirklich fantastische Möglichkeiten, gerade was den Grossfischfang betrifft. Nur eines ist auch sicher: Talsperren zählen zu den ganz heiklen Gewässern. "Mal eben so fangen" läuft hier nicht. Es gilt der Grundsatz: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein!

Vor dem Angeln sollte man sich mit Informationen eindecken. Erste Anlaufstelle ist hier die Kartenausgabestelle. Erstellen Sie vorher einen Fragenkatalog in Bezug auf die Fischart, die Sie fangen wollen. Dazu gehört beantwortet:
• Wie beisst es zurzeit?
• Wo wird gefangen?
• Wie ist der Wasserstand?
• Gibt es einen Bootsverleih?
• Welche Köder und Montagen fangen?
• Bekomme ich eine Gewässerkarte, nach Möglichkeit mit eingezeichneten Tiefenlinien?
• Wie sieht es aus mit Bade- und Bootsbetrieb?


Der jeweilige Fachhändler kann Antworten auf diese Fragen geben, denn schliesslich ist sein Geschäft Anlaufstelle vieler Angler, und auch die Fangmeldungen, die dann mit Foto in den Fachmagazinen publiziert werden, laufen hier ein. Aus den Fragen ergeben sich schon einige Schlussfolgerungen. Im Sommer, bei Niedrigwasser, stehen Brassen, Rotaugen, Barsche und Hechte eher im tiefen Wasser. Wer es auf diese Spezies ohne Boot probieren möchte, wird also grosse Mühe haben, es sei denn, es gibt steil abfallende Kanten in Ufernähe. Wo das nicht der Fall ist, sollten andere Zielfische ins Auge gefasst werden. Rotfedern, Karpfen und Schleien zum Beispiel schätzen das flache Wasser, vor allem wenn noch viel Kraut in der Nähe wuchert. Plätze, die dann auch für den Uferangler erreichbar sind ...

FISCH & FANG