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GRASKARPFEN

Fotos - Fangtechnik - Fangmethoden - Wissenschaftliches -
Fangchance - Fangrekord - Schonzeiten und -masse


Weitere Namen Weisser Amur, Graser
Lateinisch Ctenopharyngodon idella
Laichzeit Strömungslaicher in warmen, schnellfliessenden Wasser, in Mitteleuropa nur künstlich.
Schonzeit
Fangzeit
Durchschnitt 50 - 60 cm, bis 50 kg
Kennzeichnung Körperform spindelförmig, ähnlich wie Döbel, aber mit einem breiteren, oben abgeflachten Kopf. Grosse Schuppen mit einem dunklen Rand. Länge bis 1m.
Allgemein Schwarmfisch, ist überwiegend in Teichen zu finden, wurde 1966 aus Ostasien importiert. In China (Heimat) in grossen Strömen und deren stehenden Seitengewässern bei Wassertemperaturen um die 25 Grad. Biologie: Anfang der 70er Jahre in Europa zur Regulierung der Wasserpflanzenbestände in nährstoffreichen Gewässern. Jedoch ist der Kot der Graskarpfen guter Dünger, so dass die Wasserpflanzen immer rascher wieder nachwachsen. Bei den hiesiegen Wassertemperaturen ist eine Vermehrung unwahrscheinlich. Die Nahrung besteht überwiegend aus Wasserpflanzen. An einem Tag kann der Graskarpfen das doppelte seines Körpergewichtes an Nahrung zu sich nehmen. Unter 15 Grad Celsius wird die Nahrungsaufnahme eingestellt.

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FANGTECHNIK
Der Karpfen wird mit der Grundangel mit Floss und Laufblei gefangen. Als Köder eignen sich Würmer, Kartoffeln, Teig und Brot. Frühmorgens und abends, bis in die Nacht, bei schwülem, gewittrigem Wetter, sind die besten Fangzeiten. Der Karpfen ist sehr kräftig und wehrt sich an der Angel gewaltig, darum ist kräftiges Angelgeschirr vonnöten, anfüttern wichtig.
Wo und Wann
Wie und Womit
Bemerkungen

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FANGMETHODE
* englische Karpfentechnik * Fischen auf Sicht
Mit der englischen Karpfentechnik
Der Fang kann in grossen Gewässern sehr heikel sein, vor allem, wenn es an Orientierungspunkten fehlt. Karpfen können sich durch Blasen oder Sprünge verraten, oft gibt es aber keinerlei Hinweise. In diesem Falle sollten Sie versuchen, die a priori günstigsten Standplätze zu orten, beispielsweise wasserumspülte Pflanzen, Pflanzengürtel, die unmittelbare Umgebung von Inseln, versunkenen Bäumen in Stauseen. Jede dieser Unterstände sollten Sie erforschen. Gehen Sie dabei gründlich und vor allem vorsichtig vor, was besonders an Talsperren nicht einfach ist. Ausloten ist dann eine Alternative. Um dies zu bewerkstelligen, wirft man das Blei weit aus und beginnt bei geschlossenem Bügel, sobald das Blei die Oberfläche berührt hat, die Sekunden zu zählen, bis es den Grund erreicht hat. Diese Prozedur müssen Sie mehrmals wiederholen, indem Sie grossflächig auswerfen, bis Sie die Schnur entlang des Bissanzeigers und des Affenkletterers gleiten. Mit zwei oder drei Windungen spannen Sie daraufhin sehr leicht die Schnur und warten ab - bis der Karpfen davonprescht, was durch das Aufsteigen des Affenkletterers und die Signale der akustischen oder visuellen Bissanzeiger angezeigt wird.
Mit Fischen auf Sicht
Die Uferbereiche von Teichen mit reichlich Vegetation werden gründlich erkundet, indem man sie leise abwandert. Es geht darum, Fische auf Nahrungssuche zu orten, die wegen der geringen Wassertiefe leicht ausgemacht werden können. Oft ragt sogar ein Teil des Fischrückens über die Wasseroberfläche heraus! Ansonsten fallen die Fische durch Strudel, Wasserblasen und aufgewirbelten Schlick auf, der von der Wühlarbeit der sich langsam fortbewegenden Fischen herrührt. Es genügt in solchen Fällen, den Köder so unauffällig wie möglich vor den Karpfen, auf die von ihm eingeschlagenen Strecke zu legen. Der Karpfen wird, soweit sein Misstrauen nicht geweckt wurde, unweigerlich den in seinem Nahrungskorridor befindlichen Köder nehmen. Die einzige Schwierigkeit liegt in der Beherrschung des Drills, denn oft steht man dabei an sehr verkrauteten Stellen, auf die der Karpfen zusteuert.

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WISSENSCHAFTLICHES
Der Karpfenfang war lange Zeit das Betätigungsfeld einiger weniger Spezialisten. In den letzten Jahren breiteten sich aber ausgehend von Grossbritannien neue Fangmethoden aus, die den Karpfenfang für jedermann möglich machen, so dass diese Domäne der Sportfischerei ihren einstigen Mythos verloren hat. Heute erfreut sich das Karpfenangeln grösster Beliebtheit - es gibt sogar Anglervereine, die sich nur diesem Fisch widmen! Ursprünglich ist der Karpfen in den Gewässern Mitteleuropas nicht heimisch. Er stammt aus den grossen Flussgebieten des Schwarzen und des Kaspischen Meeres, wo der schlanke, vollständig beschuppte Wildkarpfen auch noch heutzutage weit verbreitet ist. Durch die Teichwirtschaft kommt der Karpfen heute verwildert fast überall in Europa vor. Zwei der drei Beschuppungsformen sind dabei durch Züchtung entstanden, doch reine Zuchtlinien sind schwer zu halten.

BESCHREIBUNG

Vom Karpfen gibt es nach der Art der Beschuppung drei Formen, die sich natürlich untereinander vermischen. Sie unterscheiden sich sonst nur durch geringfügige Merkmale: Der Schuppenkarpfen trägt ein vollständiges Schuppenkleid und stellt die Stammform des Karpfens dar. Rücken bräunlich oder grünlichgrau, Körperseiten bronzefarben mit goldenen Reflexen, Bauch gelblichweiss, Bauchflossen bisweilen rötlich gefärbt. Der Spiegelkarpfen hat nur wenige, stark vergrösserte Schuppen, die unregelmässig auf dem Rücken verteilt sind, gelegentlich auch entlang der Rückenflosse und am Schwanzstiel. Der Lederkarpfen ist völlig nackt und ganz ohne Schuppen. Die Haut erinnert in ihrem Aussehen an Leder. Der Rücken erscheint bei dieser Form grünlichbraun, die Flanken ockergelb mit goldenen Reflexen. Die Körperform des Karpfens zeigt eine ähnlich grosse Vielfalt. Sie reicht von lang gestreckt und schlank (Wildkarpfen) bis zu den dickbäuchigen, plumpen und hochrückigen Zuchtformen wie dem Aischgründer Karpfen. Schuppenkarpfen zeigen meist die Körperform des Wildkarpfens. Doch beim Spiegelkarpfen kommen alle Formen vor: lang gestreckte bis hochrückige. Auch der Lederkarpfen zeigt in dieser Hinsicht eine grosse Variabilität. Allgemeine Merkmale aller Karpfenformen: Kopf verhältnismässig kurz, Mund unterständig, Lippen fleischig und rüsselförmig vorstülpbar, sehr geeignet zum Gründeln und zur Nahrungsaufnahme im Schlamm. Oberlippe mit zwei Paar unterschiedlich langen Barteln. Die lange Rückenflosse mit einem dicken, an seinem Hinterrand gezähnelten Strahl. Schwanzflosse deutlich eingeschnitten und zweizipfelig.

FORTPFLANZUNG

Die Laichzeit liegt vom Mai bis Juni, wenn die Wassertemperatur 18 bis 20 °C erreicht hat, was in gewissen Gebieten nicht jedes Jahr der Fall ist. Die Karpfen sammeln sich in seichten, vegetationsreichen Abschnitten des Gewässers. Pro Kilo Körpergewicht legen die Weibchen 100000 bis 150000 Eier - eine ganz erhebliche Zahl! Die Hochzeitspiele sind wie bei den Brassen sehr heftig und geräuschvoll. Die genannten Karpfenformen können sich untereinander vermischen und bringen alle denkbaren Zwischenformen hervor.

LEBENSRAUM

Der Karpfen kommt in praktisch allen stehenden oder langsam fliessenden Gewässern vor, die sich im Sommer gut erwärmen. Der Fisch lebt mit Vorliebe auf Sand- oder Schlammboden mit reichlicher Vegetation, wo er genügend Nahrung findet. Der Karpfen passt sich aber auch anderen Lebensräumen an, zum Beispiel eher tiefen Stauseen. Die meiste Zeit hält er sich in Bodennähe auf. In seichten Wässern sonnt er sich aber auch gerne an der Wasseroberfläche, wobei er den Schutz von Wasserpflanzen wie zum Beispiel Seerosen sucht.

ERNÄHRUNG UND VERHALTEN

Der Karpfen ist unter Seinesgleichen ein geselliger Fisch, der je nach dem Nahrungsreichtum seines Lebensraumes mehr oder weniger grosse Schwärme bildet. Der dem Menschen gegenüber misstrauische, vorsichtige Fisch liebt es tagsüber, einige Meter Wasser über dem Kopf zu haben, um sich sicher fühlen zu können. Auf der Nahrungssuche besuchen die Karpfenschwärme ihre Futterplätze in ziemlich festgelegter Reihenfolge und ändern ihren »Rundgang« auch nicht im Laufe der Jahreszeiten. Gründelnde Karpfen kann man übrigens ziemlich leicht daran erkennen, dass durch das Aufwühlen des Bodenschlammes Gasblasen aufsteigen. Diese kann man auch beim Brassen beobachten. Über den Karpfen wird viel Unsinniges erzählt, vielleicht weil er ähnlich wie der Hecht durch seine Grösse und seine Kraft die Phantasie des Menschen anregt. Nur kurz wollen wir auf die angebliche Langlebigkeit der Karpfen eingehen. Dass es jahrhundertealte Individuen geben soll, ist völlig aus der Luft gegriffen. Man weiss von Zuchtkarpfen, die immerhin das respektable Alter von 70 Jahren erreichten. Die mittlere Lebensdauer eines Karpfens in der freien Natur dürfte aber bei ungefähr 20 Jahren liegen. Gleichermassen wurde behauptet, der Karpfen sei schlau, sogar intelligent! In Wirklichkeit gehen die »intelligenten« Verhaltensweisen des Karpfens auf zwei angeborene Fähigkeiten zurück, die man auch bei anderen Fischarten findet: Der Karpfen ist von sich aus misstrauisch und vorsichtig. Das erklärt beispielsweise die Tatsache, dass er einen Futterbrocken aufnimmt und mehrere Male wieder ausspuckt, bevor er ihn ganz verschluckt, oder endgültig beiseite lässt, wenn er misstrauisch geworden ist: ein natürliches Verhalten angesichts eines Futterbrockens, an den der Fisch von Natur aus nicht gewohnt ist, wie es für fast alle Köder gilt, die ihm die Fischer vorsetzen. Der Karpfen verfügt in der Regel über ein gutes Gedächtnis und die Fähigkeit, Assoziationen zu bilden. Die Fischer müssen zu ihrem grossen Leidwesen erfahren, dass die Karpfen plötzlich gewisse Köder meiden, wenn mit diesen Ködern gemachte Fänge wieder systematisch ins Wasser zurückgesetzt werden. Aussehen des Köders und an die damit verbundenen unangenehmen Begleitumstände (Haken, Kampf). Es reicht dann aber aus, die Farbe des Köders zu verändern, um dieselben Tiere erneut zu fangen! Die Engländer haben dies als erste begriffen, und daher rührt ihre schier unendliche Geschmacks- und Farbvielfalt der Boilies. Die Fischer machen in kleineren Gewässern nicht selten die Erfahrung, dass die Karpfen eine Assoziation herstellen können zwischen einer bestimmten Stelle in ihrem Gewässer und einer Gefahr, die dort lauert, selbst wenn die Tiere nicht ins Wasser zurückgegeben werden! Man kann zum Beispiel in den ersten Tagen des Angelns gute Erfolge konstatieren. Doch dann geht die Zahl der Fänge schnell zurück, selbst wenn man Köder und Art des Präsentierens verändert! Es reicht aber aus, wenn man die Angelstelle um 30 bis 40 Meter weit verlegt, um erneut Bisse derselben Karpfenschule konstatieren zu können. Intelligenz von Seiten der Karpfen ist also keineswegs im Spiel! Für die Tatsache, dass an manchen Stellen nach den ersten Erfolgen die Fangzahlen zurückgehen, hält die Verhaltensforschung eine Antwort bereit: Während des Kampfes an der Angel geben die Fische Alarmstoffe ab, die von den Artgenossen wahrgenommen werden. Mehrere Fänge an einer Stelle reichen so aus, um den ganzen Schwarm misstrauisch zu machen. In grossen Gewässern fallen Fänge weniger ins Gewicht, weil es dort mehr Karpfenschwärme gibt. In einem solchen Fall verändern sie möglicherweise die Zeit des Auftretens und der Nahrungssuche an einer bestimmten Stelle, mit der sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Doch offensichtlich kommt es auch hier zu einer Verhaltensänderung. Der Karpfen ist ein Allesfresser und ernährt sich von Larven, Insekten, Würmern, Weichtieren, pflanzlichen Abfällen, Krebstieren, Samenkörnern und Früchten. Er nimmt die Nahrung vom Gewässerboden auf. Bei der Suche und Identifizierung spielen die Barteln mit ihren Sinnesorgan eine herausragende Rolle. Der Karpfen steigt aber auch gern zur Wasseroberfläche auf, um zarte Schösslinge abzuweiden, um Plankton, Anflugnahrung und sogar kleine Fischchen zu fangen!

VERWENDUNG

Es ist erstaunlich, dass es der Karpfen trotz seiner vielen Gräten geschafft hat, einer unserer beliebtesten Nahrungsfische zu werden. Doch nicht alle Völker teilen diese Ansicht. Bei den Italienern und Schweizern beispielsweise gilt er als nahezu ungeniessbar. Es gibt Hunderte verschiedener Karpfenrezepte.


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